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Fahrradklau im quirligen Spandau?

Foto: Seeger
Foto: Seeger

Fahrradklau?
 Spandau ist immer wieder für ne Überraschung gut.
„Na, dit Fahrrad sieht aber jeklaut aus, is dit von Sie“, so wurde ich beim Aufschließen meines Drahtesels keck von der Seite angesprochen. 
„Ja und ob“ näselte ich. Das beeindruckte aber meinen Seiten-Ansprecher kein bisschen und er legte nach: „Also, mit sone Lackierung, dit is per se schon schwer verdächtig, da steht ja noch nich ma een Firmenname druff. Und wo is de Fahrjestellnummer?“
„Sie, sagen Sie nix über mein Fahrgestell und wenn Sie das Gestell von meinem Fahrrad meinen. Das ist kein Fahrrad für eine Nacht, das hab ich bei Nacht und Nebel auch nicht geklaut. Ich bin doch nicht benebelt.  Nee, nee. Die Mühle kommt aus gutem Hause.  Und Fahrradwerbung, die ruiniert mir nur den schönen Lack –  genau wie ne Fahrgestellnummer. Ich krieg das Zwei-Rädchen auch so prima über die Straße. Und außerdem ist das Rädchen bei der Kripo registriert, die wissen, wo sie suchen sollen, im Fall des Falles. Sollten Sie für Ihren fahrbaren Untersatz auch machen.“
Das beeindruckte diese Spandauer Göre aber kein bisschen und ich kam irgendwie nicht an den dran – ich Zugezogene. 
„Wollen Sie jetzt die Polizei holen“, fragte ich ihn „Dit könnte SIE so passen, mir’n Tach versaun mit Zeujenaussaje un so un dit janze Protokolli – nee, nich mit mir. Mit mir machen Sie nich sone Molli.“
„Sie“, setzte der nach, „sone Lackierung is verdächtig, dit ham Se doch hinterher jemacht, sieht mer doch,  dit die Kiste jeklaut ist un mit die neue Farbe wird die ooch so schnell  nich wiedererkannt. Janz schön jerissen.“
„Na klar, Sie haben recht. Und den ganzen andern Rest, den hab ich dann auch gleich noch  ausgetauscht:  Schaltung – ausgeschaltet. Bremsen – ausgequietscht, ausgebremst. Licht – ausgeknipst. Reifen – aufgeschlitzt und den Ritzel – glatt ausgeritzt. Ganz schön geritzt, was.  Ja, und den Sattel – direkt abgesattelt. Da ist nix mehr mit aufsatteln. Ich fahre im Stehen, verstehen Sie.“ „Mann, da is ja nüscht mehr über von die Kiste.“ „Aber klar doch“, mein Kleiner. Hier hören Sie mal – die Klingel. Wie die klingelt. Schön hochnäsig, wie? So wie ich, finde ich aber völlig in Ordnung.“
„Un wo ist der Frisier-Laden, der dit Fahrrad so hübsch jekämmt hat“, will er noch wissen. „Wenn Sie’s genau wissen wollen. 500 Kilometer und n paar Gequetschte immer nach Westen, auf der A2 bei Pusenmuckel-zu-Kappenstein dann runter und ungefähr quasi bei Unterbuchsen-Hausen – schon sind Sie da. „Also von meine Honda – sein Name – den kannste jut lesen. Dit könnten Se ooch jut jebrauchen für dit Rad. “ „Blödsinn, braucht’s  nicht. Ist ein Kappenstein-Rad und bei Kappenstein-Rädern ist son Gedöns überflüssig“ „Un wieso is denn die JURKE nich ooch jeadelt un in königsblau?“„Weil ich in zivil unterwegs bin, du Spandäuerchen, sonst bin ich immer mit Megafon und Blinki unterwegs.“
„Dit jlobt ma keener, da fällt so ne West-Tante mit ne Kappenstein-Tarnkappe über de BALINER SCHONHEIT her. Dit muss ick bein Bierchen in de Stammkneipe erzählen.“ Und zischt ab – und mit Sicherheit OOCH JANZ VILLE BIERCHEN……

Kabarett im EXIL.

Seien Sie froh, dass Sie mich haben!
Ihre

Frau zu Kappenstein

 

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