Veröffentlicht in Kolumne, Notizen aus der Hauptstadt

Cornelia Poletto und wie der Oberschaffner Grubi bei ihr abarbeitet (Satire)

Cornelia Poletto und wie der Oberschaffner Grubi bei ihr abarbeitet (Satire)

Für Grube ist klar, dies ist kein Sauerampfer, der Züge schwinden, Züge nahn … Denn schon Ringelnatz wusste: der Sauerampfer, sah Eisenbahn um Eisenbahn, sah niemals einen Dampfer.

Soeben bin ich Frau Poletto (der begnadeten Sterneköchin) begegnet. Sie hatte gerade in Berlin zu tun. Wie das so ist unter Frauen … rutscht mir raus: „Frau Poletto, wie machen Sie das nur, so schlank zu bleiben, bei dem guten Essen?“ Und dann purzelten die Sätze auch nur so. „Da würde ich mich irren, sie nimmt sehr wohl auch zu, das geht ganz leicht bei gutem Käse und rotem Wein.“ Sie müsse das dann abarbeiten. Das ist überhaupt das Stichwort. „Was macht eigentlich Herr Grube, arbeitet der auch ab?“ „Er hat bei ihr angeheuert. Ist auch besser so, bevor er auf dumme Gedanken kommt. Jetzt hat er wieder Arbeit. Aber er tut sich sehr schwer damit. Ja, Grubi, der Oberschaffner, wie sie ihn nennt, muss noch viel üben. Das Küchenhandwerk will gelernt sein. Ganz ehrlich, er ist weit entfernt von der handelsüblichen Geschwindigkeit in der Kombüse. Das mit der punktgenauen Zustellung muss er noch lernen, obwohl er immer wieder beteuert, dass Pünktlichkeit extrem wichtig ist, aber schon bei der DB kam immer was dazwischen, mal Frühling, Sommer, Herbst oder auch Winter. Mit anderen Worten, die Dinge liegen überhaupt nicht in seiner Hand. Deswegen hat Cornelia ihm was gegeben, was in seiner Hand liegt, ein gutes Messe, reichlich frische Kräuter und ein flottes Handgelenk hätte er ja schon. Frau Poletto ist vorläufig  international tätig mit der Eröffnung eines Restaurants in Shanghai. Das gemeinsame Projekt, ein Restaurant mit dem Oberschaffner wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie will nach ihrer Rückkehr in einigen Monaten noch mal sehen, wie weit er mit dem Kräuternschneiden ist. Für sie war auch klar, es geht nicht alles, Friseurin z. B. ist nichts für sie.

Seien Sie froh, dass Sie mich haben.

Ihre Frau zu Kappenstein

 

 

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