Freie Fahrt für die Bundeswehr – Hauptstadtsatire

Karikatur: Klaus Stuttmann

Freie Fahrt für die Bundeswehr – Hauptstadtsatire

Im Berliner Hauptbahnhof habe ich das Objekt meiner Begierde entdeckt. Einen jungen Mann ungefähr in meinen Dimensionen, in original Flecktarnkleidung der Bundeswehr. Ich denk so, jetzt nur nichts vermasseln, die Gelegenheit ist denkbar günstig. Wer weiß, wann ich noch mal fernab von einer Kaserne ein solches Exemplar erwische.

Ich steuere auf ihn zu: „Darf ich Sie mal was fragen?“ „Ja.“ „Gerücht oder Wahrheit, wenn Sie in der Kleidung Bahn fahren, dann brauchen Sie für die Fahrt nicht bezahlen?“ „Ja, stimmt, die Bundeswehr bezahlt.“ „Wissen Sie, davon träume ich seit Längerem. Ich wollte immer schon mal in dieser Kleidung mit der Bahn fahren ohne ein Ticket zu lösen. Von mir geht keine Gefahr aus, und nach allem was man von der Bundeswehr hört, von deren Ausrüstung auch nicht.

Fragen Sie mich bitte nicht, was ich dem jungen Mann dafür bieten musste, um an die Kleidung zu kommen. Auf jeden Fall freute ich mich auf meinen großen Moment, als in der Bahn die Zugbegleiterin den Gang entlang kam. Ich bringe mich in Stellung und frage nach, ob Sie meinen Fahrausweis sehen möchte. Sie: „Lassen Sie mal gut sein, ist nicht nötig, derzeit werden aus bekannten Gründen keine Fahrscheine kontrolliert.“

Seien Sie froh, dass Sie mich haben.

Ihre

Frau zu Kappenstein

 

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