Kappensteins Kolumne

https://www.urnen-aus-filz.de

Oma geht von uns

Wir stehen andächtig mit Schirm, Charme, der Bestatterin und Oma in der schönen Filzurne an ihrer Ruhestätte. Die Urne wird würdevoll herabgelassen, kann aber nicht abgesetzt werden. Es quietscht. Der Vorgang wird mehrfach wiederholt. Mal ist die schmucke Urne oben, mal unten, es bleibt dabei, wir hören Piepsgeräusche. Lisbeth meint, das ist wie zu Omas besten Zeiten, Oma war weit und breit nicht zu sehen aber man hörte ihre vergnüglichen Geräusche und wir wussten, es geht ihr gut. Sie stand ja auf Turnen bis zur Urne und hat Zumba mit quietschenden Rollatorreifen getanzt.

Spandauer Friedhof in den Kisseln ganz erstaunlich

Es lohnt sich, den größten innerstädtischen Friedhof mit den meisten zu beklagenden Kriegstoten zu besuchen. Wer gern bislang den Männern vorbehaltene Ehrengräber besucht, findet auch gleich am Eingang die Ruhestätte des beliebten Bürgermeisters Konrad Birkhof. Immerhin Dr. Hanna-Renate Laurien ruht nicht weit davon entfernt. Auch der wohl weltweit bekannteste Eisbärstar Thomas Dörflein, der einst Knut pflegte, liegt in den Kisseln und ein ganz mutiger Mann, der Anti-Faschist Erich Meier. Er hat Joseph Goebbels während einer Veranstaltung zur Flucht bewegt. Ein Spandauer.

Empfehlung: https://www.meinkiez-meinfriedhof.berlin.de/

Foto: H. K.

Die Zeitung soll abgeschafft werden

Nein, nicht die ganze Zeitung, sondern das bedruckte Papier. Weshalb? Das Papier verschlingt so viele Ressourcen. Und wie ist das, wenn wir nur noch im Internet die Zeitung lesen? Wieviel Strom wird dafür benötigt? Was ist, wenn dabei stromintensiv gestreamt wird. Lesen wir die Zeitung überhaupt noch, wenn sie ausschließlich im Internet erscheint? Ich liebe es ja, wenn ich viele Stunden am Computer gearbeitet habe und mich danach entspannt der gedruckten Lektüre widmen kann. Am schönsten ist es doch, wenn es schön ist.

Naturspaziergang

Mache jetzt Naturspaziergänge. Können alle machen, aber ich habe einen Naturbegleiter, Heilpraktiker und Gärtnermeister dabei. Seitdem weiß ich viel mehr. Weiße Johannisbeeren schmecken anders als rote. Eine Zitterpappel sieht anders aus als eine Schwarzpappel und wieder anders als eine Silberpappel. Begeisternd sind auch Taglilien, ganz gleich ob weiß oder rot, neben ihrer ansprechenden Optik sind sie lecker und knackig. Und dann diese zahllosen Pfefferminzsorten. Frisch aufgebrüht – eine köstliche Angelegenheit. Im Grunde genommen sind die optischen, haptischen und geschmacklichen Erlebnisse unbezahlbar, der Naturbegleiter dagegen schon.

Picasso im Museum Berggrün

Heinz Berggrün hat mit seinem absoluten Auge die Bildqualität erfasst. Vorbildlich. Ganz ehrgeizig habe ich mir Picassos Arbeiten lange angesehen und beileibe nicht alles erkannt. Eine Museumspädagogin beruhigt mich. Es ist wie mit einer Fremdsprache, die beherrscht man auch nicht von einmal hinhören. Je mehr man sich damit beschäftigt, desto besser wird das Ergebnis. Wenn sich mir mal wieder adhoc etwas nicht erschließt, dann könnte es daran liegen, dass ich die Sache einfach nicht beherrsche.

Elternringtausch – mal was anderes für Kinder und Eltern

Es kommt immer wieder vor, dass die eigenenen Eltern einem lieb und teuer und sonstwas sind. Bei fremden Müttern und Vätern ist das anders, da gibt es keine gemeinsame Vorgeschichte, kein Wissen über Vergeßlichkeiten und Macken. Ein Ringtausch kann da sehr belebend sein. Ich übernehme den knuffigen Häuptling von Pauline. Pauline schaut nach der vergeßlichen Mutter von Thorsten. Und meine Mutter, die nicht gerne trinkt, lernt den trinkfesten Thorsten kennen. Schon jetzt freut sich meine Mutter auf den Kinderringtausch, dann sucht sie sich ein entspanntes Kind aus.

Karikatur Klaus Stuttmann

Architektur-Rundgang in Charlottenburg wieder möglich

Beim Rundgang haben wir mit dem beeindruckenden Ambiente der Villa Oppenheim angefangen. Auch Jugendstilhäuser, die vom Krieg verschont wurden, haben wir bestaunt. Mal ganz anders wohnt es sich in ehemalig besetzten Häusern oder im Ledigenheim. Nicht zu verachten ist das Reformbauwohnen mit wunderbar begrünten großzügigen Innenhöfe bei einer Genossenschaft. In Berlin wird viel geboten. Die Villa ist Museum, das Ledigenheim ist Studierenden vorbehalten, bei der Genossenschaft gilt 10 Jahre Wartezeit. Ad-hoc Einziehen geht nirgendwo.

Foto: Relita
Foto: Relita

Reif für die Insel?

Spandau hat sie, die einsame Insel, den “Großen Wall in der Havel”. Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah. Die ruhige verlassene Insel gehört dem Bezirk Kreuzberg, der sein Interesse an der einstigen Zelterholungsstätte verloren hat. Deswegen, wenn Sie sich für die 3000 Quadratmeter Naturschutzgebiet ad hoc begeistern können, da ist was möglich. Derzeit ist die Insel noch zukaufen. Betreten ist verboten. Pflege ist dringend geboten. Dieter Hallervorden hat bereits eine Insel, vielleicht möchte er – wie andere ein Zweitbuch – eine Zweitinsel. Noch können Sie ihm zuvorkommen.

Am Tag, als die 2. Impfung kam

Den EM-Tag Deutschland gegen England habe ich mir nicht als Impftermin ausgesucht. Als ich den Termin bekam, dachte ich nur, Hauptsache kein Covid 19. Andere warten jahrelang auf die EM, die Olympiade oder wieder andere auf den schützenden Oberarmpicks ewig und drei Tage vergebens. In meinem Impfzentrum waren an dem Tag viele ungeduldige Fußballfans lange vor dem Anpfiff impfbereit. Gedulden durften sich die anderen. Also habe ich ganz lange aufs Vakzin gewartet und dafür kürzer auf den QR-Code. Hauptsache das Virus macht einen weiten Bogen um mich.

Foto: Sebastian

Erlebnis Architektur am Wochenende – Lust auf repräsentative Immobilie

Am Tag der Architektur war die eine oder andere imposante Immobilie zu bestaunen. Dazu zählt mit einigem Abstand auch das Humboldt-Forum. Wenn Sie jetzt auch auf den Geschmack gekommen sind und für sich gleichfalls ein neues Zuhause bauen lassen möchten, dann gibt es den einen oder anderen Punkt zu berücksichtigen. Auch für repräsentative Gebäude gilt, sie müssen zum Standort passen. Nehmen wir mal ein Beispiel, wenn das wunderschöne Schloss Sanssouci auf dem Tempelhofer Feld Platz nehmen würde, dann würde dort seine Strahlkraft verfehlt. Deswegen Standort und Immobilie einfach sorgfältig aufeinander abstimmen, es reicht, wenn die Bauherrin oder der Bauherr nicht zum Gebäude passt.

Ideales Picknickwetter

Neben gutem Wetter ist zu überlegen, wen lade ich ein, welches Essen, was gibt es zu trinken und Co. Wenn alle sieben Sache beieinander sind und an Ort und Stelle die Weinflasche darauf wartet, geöffnet zu werden, stellt sich heraus der Korkenzieher wurde vergessen. Jetzt ist Improvisationstalent gefragt. Ein kurzer Blick in die Runde verrät, wer einfühlsam mit Fahrradventil und Luftpumpe hantieren möchte. Noch nie eine Flasche entkorkt. Dann wird es aber Zeit, mit ein wenig Überdruck Korken und Wein aus der Flasche zu lassen. Prost!

macro photography of koi fish

Ein Herz für Tiere

Das deutsche Mitleid bei Tieren ist ausgeprägt. Dazu zählt auch das Schwarmtier Koikarpfen. Die prachtvollen Flossentiere gehören zum Haushalt von Herrn Winterkorn. Jetzt ist aber der bestverdienende Ex-Dax-Vorstand zur Zahlung von 11 Mio. Euro verurteilt worden. Wurde bei dem Urteil daran gedacht, dass die Schutzbefohlenen und dazu zählen ja auch im Wasser lebende Haushaltsmitbewohner*innen, qualitätsvolles Nass und Futter benötigen, ganz gleich, ob mit oder ohne Abgasschalteinrichtung, das ist nicht umsonst zu haben.

Wir gehen getrennte Wege

Bei mir spinnen die Spinnen. Kaum ist es wärmer geworden, schon kriechen die Langbeiner aus allen Löchern und spinnen, was die Netze hergeben, um Beute zu fangen. Ich schätze die Krabbler sehr. Dennoch bin ich für Revierabgrenzungen. Damit wir uns nicht zu nahe kommen, gibt es ab sofort Kaugummi für die Grenzziehung. Im Gegensatz zu mir machen Spinnen einen großen Bogen um den Geruch von Kaugummi. Also markiere ich kurzerhand die spinnenfreie Zone mit der gekauten Masse und schon ist klar, hier ist spinnenfreie Zone, hier spinn ich.

Bin ich für die Deutsche Bahn geeignet

Gratuliere einer DB-Beschäftigten zum höheren Entgelt. Bei meinen hellseherischen Fähigkeiten könnte ich ihr jetzt schon mehr Geld nach den Tarifverhandlungen vorhersagen. Ich frage nach: “Was muss ich machen, damit ich auch dort anfangen kann.” Sie schaut mich von der Seite an und meint: “Wir haben Wechselschicht und arbeiten schon mal drei Tage hintereinander 12 Stunden, ohne je auszufallen. Wer hart im Nehmen ist, stressresistent, gesund, dynamisch und erfolgreich alles durchhält, ist willkommen im Team.


Sägen bringt Geldregen

Überlege von der Kultur zur nachgefragten Holznatur zu wechseln. Ein Sägewerk wäre mir recht. Dort wird das nachgefragte Holz für 90 Euro je Kubikmeter angeliefert und verlässt geschnitten und nicht mehr am Stück für 500 Euro das Werk. Das eignet sich dann für vieles, für Holzbauten und wer nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Kann ich davon ausgehen, dass die Kultur, die seit geraumer Zeit immer knapper geworden ist, genau wie das Holz, eine immer stärkere Nachfrage erfährt und entsprechend stark im Preis steigt. Oder habe ich da ein Brett vor dem Kopf?


Foto: kla.kle

Kappensteins Notizen: Gegenüber Insel Eiswerder

Was ist passiert? Die Wasserschutzpolizei (WSP) hatte bei einem Feuerlöscheinsatz bei hoher Geschwindigkeit einen Wellengang verursacht und damit ein Hausboot bedrohlich gewässert. Seitdem beschweren sich die Pflanzen an Bord nicht mehr über zu wenig Havelwasser. Ob die Wasserschutzpolizei mit den Händen in den Hosentaschen jetzt vorbeifährt nach dem Motto: „Wir können es nicht verursacht haben, es muss das Wasser gewesen sein“, ist nicht überliefert. Dagegen bekennt sich das Wasser schuldig und zeigt sich selber an.


Kappensteins Notizen: Hauptstadt – Radiologische Untersuchung ausgeschlossen

Versuche, telefonisch einen Termin zu vereinbaren. Leider wird nach dem Abheben der Hörer wieder aufgelegt. Auf der Internetseite steht: Sie können persönlich vorbeikommen. Vor Ort frage ich nach, warum sie telefonisch nicht erreichbar sind. “Wir haben kein Personal und die Ärztin ist in Mutterschutz.” “Ok, später im Jahr geht auch.” “In diesem Jahr gibt es keinen Termin mehr und fürs nächste Jahr kann ich nicht buchen.” Und ich: “Dann frage ich jetzt in der Apotheke, welcher Impfstoff im Falle von Patientenallergie auf dem Kurfürstendamm hilft.”


Kappensteins Notizen: Nachuntersuchung

Mein Auto und ich hatten verschiedene Termine in mehreren Werkstätten. Wochen später hätte ich Wasserstoffperoxid benutzen können, um mir die Haare zu bleichen, ich schaffe es ohne Zusatzmittel. Beim Betreten der TÜV-Abnahmestelle stelle ich fest: “Jetzt beginne ich mit der Freude, Vorfreude hatte ich schon in der Zeit davor.”

Eine Autofahrerin eines betagten Kleinwagens und ich stellen fest, nicht wir, aber unsere Fortbewegungsmittel sind vom selben Baujahr. Es dauert nicht lange, dann pappt der Prüfer eine “Rosa TÜV-Plakette für Mädchen”, wie er sagt, auf meinen fahrbaren Untersatz.


Privilegiert

Habe mich mit “unserem Häuptling”, dem Hausältesten (90 +) unterhalten. Der Mann hat mir erklärt, er sei nicht faul, allenfalls träge und wie alt er noch werden müsse, bis es für ihn bequemer wird. Er bräuchte was, was immer einsatzbereit ist und sein Leben erleichtert. Er ist QR-Code-Träger geworden. Damit kann er seine Tür öffnen, bargeldlos bezahlen, bestellen, was er will, auch beim Menübringdienst oder sich seine Wünsche aus dem Baumarkt erfüllen, selbst seine Modelleisenbahn hört auf ihn mittels QR-Code. Ganz ehrlich, er ist virtuell agiler als real.


Kappensteins Hauptstadtnotizen: Das Küchenstudio hat alles

Die alte Einrichtung kann nicht bleiben. Eine Neue muss her. Mal stimmt das Dekor, dann stimmt die Arbeitshöhe nicht. Stimmt die Arbeitshöhe, fehlt das offene Regal. Gibt es das passende Regal, lassen die Elektroteile zu wünschen übrig. Lieferung und Aufstellung können Monate dauern, vorausgesetzt, der Suezkanal bleibt befahrbar, der Monteur ist unfall- und virenfrei, mein Konto läuft nicht auf Grund. Inzwischen bin ich bei der Frage nach einem Autopiloten und wem welches Zeitfenster und welche Zugriffsrechte eingeräumt werden.


Foto Charlotte

 

Luftreiniger

Die Industrie bietet Geräte zur Bekämpfung des Ansteckungsrisikos in geschlossenen Räumen. Ich war eingeladen, wo ein solcher „Virenschlucker“ ein neues Zuhause gefunden hat.

Habe mich mit Anstand auf Abstand hingesetzt. Das elektrische Gerät ist sensibel wurde mir gesagt. Stimmt! Spätestens als das Haustier sich dem Gerät näherte, wurde es laut. Früher hätte Bello unbemerkt seine Gase der Raumluft anvertraut, heute bekommen es alle mit. Ich überlegte, ob ich Deo benutzt habe und wenn ja welches. Vorsichtshalber bin ich wieder gegangen.


Kappensteins Hauptstadtnotizen: Technischer Überwachungsverein

Beim Berliner TÜV Rheinland sage ich, habe ein Auto aus dem Rheinland dabei. Der Prüfer grinst und sagt: “Ah ja, ich verstehe”. Derweil warte ich und warte, bis ich freundlich nachfrage, welche Prioritätenlisten gilt. Alter vor Schönheit des Fahrzeugs, Originalität oder Einfachlackierung, KM-Höchststand, Pflegezustand der Fahrzeugpapiere … “Hier geht es ausschließlich nach Schönheit der Fahrzeughalterin, meint der Plakettenaufkleber. Ich bin als Nächstes dran mit dem Ergebnis: Für das Auto gibt es eine Reparaturliste und es muss spätestens in vier Wochen wieder erscheinen.

Aus dem Hause Kappenstein

Kappensteins Hauptstadtnotizen: Der Anrufbeantworter antwortet nicht

“Hallo, hier meldet sich dein Brüderchen. Mir geht es gut. Abgenommen habe ich auch schon, wiege nur noch 129 kg bei 1,92. Schöne Grüße von Mutter, sie will sich demnächst impfen lassen, weil man ihr keine Ruhe lässt. Sie sagt zwar, sie hätte schon alle Impfungen und was wegen des Krieges ausgelassen wurde hätte sie mit den Kindern, spätestens mit den Enkelkindern nachgeholt. Ich soll dich fragen, ob ihr Impfpass im Famililenbuch liegt, das hat du dir doch ausgeliehen, weil du noch mal wegen deines Geburtsdatums nachsehen wolltest.”

Foto Peter Kagerer

 Frau zu Kappenstein Text: Nach Peter Altmaier, Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier jetzt Frau zu Kappenstein

Der Tag, an dem der Impfstoff kam

Im Film hat ein Fußgänger den Eingang nicht gefunden. Mit dem Shuttle passiert mir das nicht. Treffe auf eine geniale Organisation, bei der ich nach kurzer Zeit wieder an der frischen Luft bin. Applaus!!! Habe es mit geübtem Fachpersonal zu tun. Die Ärztin stellt sich vor und ich sage, mein Name ist anders. Erfahre von der Impfstoffversenkerin, das sie sonst in einer Kinderarztpraxis ganz andere Dezibelzahlen vorfindet. Im Anschluss genieße ich im Ruhebereich ein Plakat „Letzte Wünsche“. Ein Anrecht auf Impfschaden gibt es nicht. Dafür wird der 2. Impftermin garantiert.

Bonhoeffer sagte: Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche. 

Foto H. K.

Kappensteins Notizen: Der eigene Name metergroß

Foto Charlotte

Gerate in die Berliner Sprayer-Szene. Frage nach, ob ich die Arbeit fotografieren darf. Einer hängt seit drei Jahren und der andere seit 1,5 Jahre an der Dose. Sie haben die Namen ihrer Angebeteten auf die Wand gesetzt. Meinen Namen kann ich nirgends finden, kein Wunder, meine Fanbase ist ohne Dose unterwegs. Wie zufällig lasse ich meinen langen Vornamen einfach mal fallen. Mal sehen, wofür es gut ist. Schaue einfach gelegentlich noch mal vorbei. Zum Schluss sagt eine aus der Gruppe: Die Frau ist ja hinreißend. Ich weiß nicht, wann ich das zuletzt von unter 30-Jährigen gehört habe.

Foto Charlotte

 

Frau zu Kappenstein Text: Mondlandung

Habe eine Arztpraxis besucht. Am Telefon war schon alles anders. Wieso, das sehe ich vor Ort, als ich mich kurz frage, ob ich und meine Zieladresse richtig sind. Nach dem innerlichen doppelten Ja, sage ich, dass wir verabredet sind. Die Person in der unbequemen Kleidung nickt und erklärt ihr Erscheinungsbild. Es gibt Patienten, die nach der körpernahen Dienstleistung mitteilen, dass sie Corona haben. Ganz ehrlich, unter diesen Umständen würde ich auch auf eine Ausrüstung vom Medizinfachhandel zurückgreifen. Der Bedarfsartikelhersteller ist bereit, sich gegen eine 4-stellige Summe von seinen Mitmenschen zu trennen.

Foto Charlotte


Frau zu Kappenstein Text: Sprühkunst

Bin mit einem Outdoorkünstler ins Gespräch gekommen. Der Wandgestalter sprühte, was das Zeug hält. Riesiges Bild, ganz viel Lösungsmittel und blieb dabei sowohl an Mund als auch an Nase maskenfrei. Die Gelegenheit war günstig für mein Erstgespräch mit einem Sprayer. Ich wollte wissen, warum bei großer Kunst die große Dosis Lösungsmittel ungeschützt zum Einsatz kommt. Lösungsmittel sollen ja positive Eigenschaften haben, aber fürs Gehirn? Davon hätte ich noch nicht gehört, da soll ja eine Maske helfen. Die braucht er nicht, er hat ein Dokument. Er ist Ingenieur. Darauf ich: Auch Kunst an der Wand ist dem Ingenieur nicht zu schwer. Herzlichen Glückwunsch.

Ob das Gehirn eines Ingenieurs automatisch Schutz vor Lösungsmittel bietet, ist nicht überliefert.


Klaus Stuttmann Karikatur

Frau zu Kappenstein Text: Teilchenbeschleuniger

Kennen Sie bestimmt. Ein bekannter Vertreter ist die Weltmaschine in Cern. Dort werden die Teilchen ordentlich beschleunigt, bevor sie aufeinandertreffen. Eine gigantische Forschungseinrichtung mit Mrd. Budget. Bei mir gibt es auch Teilchen, die mich beschleunigen. Wollen Sie wissen, welche das sind? Handtellergroße süße Gebäckteilchen, gutes Essen oder gehaltvolle Tropfen. Diese Teilchenbeschleuniger helfen mir bei Negativbescheiden, beim Verkraften der Coronakrise und noch besser sie steigern meine Kreativität. Prost!